Hilfe, die Österreicher kommen…

Endlich war es soweit, meine erster Kurs mit Landsmaennern und Frauen und dann auch noch eine super Gruppe von der Tauchschule Traunsee. Veronika, Andreas, Ursula und Markus kamen den langen Weg vom kalten Österreich hierher in die Riviera Maya um ihre bereits breite Erfahrung im Tauchen um eine Nische zu erweitern, Hoehlentauchen!!!

Von Anfang an war die positive Motivation und eine entspannte Atmosphäre zu spuehren, die natürlich den anstrengenden Kurs um einiges leichter machte. Die 4 wurden von Andy, einem Australier komplettiert. Da aber nur 3 Schueler pro Tauchlehrer erlaubt sind, teilten sich Nando und ich die Gruppe. Die Theorie erarbeiteten wir  immer gemeinsam und dann im Wasser trainierten Veronika, Ursula und Andy mit Nando; Markus und Andreas mit mir.

Die ersten Tage sind immer die längsten, bis man alles ins Rollen gebracht hat und so begannen wir täglich um 08:30 und unsere Tage endeten mit wenigen Ausnahmen gegen 18:00.Uhr..sorry =)

Tag eins begann mit Papierkram und sich ein bisschen kennen lernen, Hauptregeln und Ablauf des Kurses besprechen und eine kleine Vorschau auf das, was so auf einen zukommt…letzte Chance es sich noch einmal anders zu überlegen!

Nach ein wenig Theorie und einem ausführlichen Ausruestungs Workshop ging es ab zur ersten Cenote, Chikin Ha/Xtabay, wo wir uns um die Hauptfundamente kümmerten, und  zwar Tarierung, Trim und die verschiedenen Flossenschlagtechniken und all das in der neuen Konfiguration mit den Doppelflaschen.
Das Hoehlentauchen ist nicht nur eine körperliche sondern vor allem eine mentale Herausforderung, weil man sich zu jedem Zeitpunkt auf sehr viele Dinge konzentrieren muss, dabei sollte man eine stabile Position unter Wasser haben, ohne sich dazu großartig zu bemühen oder sich bewegen zu müssen.

Am naechsten Tag ging es gleich in der Frueh auf zur Cenote Cristalino. Dort angekommen verbrachten wir erst mal ein paar Stunden zwischen den Baeumen, um Uebungen mit den Leinen zu machen, damit man lernt, die Hoehle in Nullsicht sicher gemeinsam mit seinem Team zu verlassen. Dies war der Beginn vieler Uebungen mit geschlossenen Augen und die Antwort auf die Frage: Wie kann ich mich mit meinen Partnern verstaendigen ohne sie zu hoehren oder zu sehen?
Der gesamte Nachmittag wurde im Wasser verbracht, um das am Land Gelernte unter Wasser zu trainieren. Anfangs noch jeder fuer sich, dann  im Team. Jede Menge Situationen, wie sich im Seil verhaengen, keine Luft mehr haben, Tarierungsprobleme, Fuehrungsleine verlieren und noch viele andere mussten bewaeltigt werden. Und als ob das alles noch nicht genug gewesen wäre, hatten wir dann abends noch eine Lektion in der Theorie.

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Am naechsten Tag war es endlich soweit, die ersten Hoehlentauchgaenge standen am Plan. Der erste noch mit dem Instruktor als Fuehrer, der naechste schon alleine als Team, wobei der Tauchlehrer nur alles aus der Dunkelheit ueberwacht und die Uebungen koordiniert. Die Cenote Ponderosa bietet sich hierfuer perfekt an, da es mehrere Leinen zu betauchen gibt. So machten wir 3 Tauchgaenge und begannen bereits mit Nullsichtuebungen, die schon gut gemeistert wurden, dank des ganzen Trainings vom Vortag.
Am spaeten Nachmittag als wir zurueck in Pro Tec waren, machten wir noch ein wenig Theorie und den Plan fuer den naechsten Tag.

Tag vier verbrachten wir in der Cenote Taj Maha mit Konzentration auf die Notfall Situationen mit mehrfachen ohne Luft Notfällen, Nullsicht Situationen und beides gemeinsam durch enge Passagen, die das Team zu mehrfachem Wechsel der Seite auf der Leine zwang. Es ging auch immer weiter in die Hoehle hinein.

Tag fuenf, brachte den Abschluss des Intro to cave Kurses mit den beiden Uebungen: Lost Line und Lost Diver. Zuerst verbrachten wir den Vormittag wieder damit, alles im Trockenen zu ueben um uns mental auf die Uebungen vorzubereiten und alles einmal vorher Schritt fuer Schritt duchzugehen.
Im Wasser haben wir die Uebungen dann auch noch mit „null Sicht“ und „ohne Luft“- Situationen kombiniert um das Training zu intensivieren.
Die Cenote Chac Mool bietet sich hierfür sehr gut an, da der Tunnel sehr dunkel ist und die Halocline das ganze noch um einiges erschwert. 

Endlich im „full cave“ Teil angekommen, ging es zurueck nach Taj Maha, um an den Verengungen zu trainieren und mit Sprüngen auf andere Leinen zu beginnen. Wir starteten, wie fast immer mit Leinenuebungen am Parkplatz und dann gings ab zum ersten 90 min Tauchgang wo eine Uebung die naechste abwechselte und wir uns zum Schluss waehrend einer „ohne Luft Situation“ bei null Sicht durch eine Verengung zwaengen mussten.
Alles lief super gut ab und die beiden tauchten mit einem breiten Lächeln auf!

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Tag sieben verbrachten wir in der Cenote Minotauro um einen komplexen Circuit zu planen, vorzubreiten und durchzufuehren und noch mehr die Engstellen zu trainieren. Ein 106 min Tauchgang und ein 78 min Tauchgang waren dazu noetig…was fuer ein Tag und die beiden haben auch eindeutig ihre Lieblingshoehle gefunden.

Am letzten Tag ging es dann nach Tulum, in der Grand Cenote machten wir die letzten zwei Tauchgaenge ohne Uebungen um das Erlernte auszuprobieren. Zwei traumhafte Tauchgaenge durch dieses so wundervoll dekorierte System. Der perfekte Abschluss fuer einen tollen Kurs.

Zurueck in der Tauchbasis haben wir dann noch die Examen gemacht, die alle mit fast 100% bestanden haben und somit war es vollbracht, wir haben vier neue, oesterreichische Hoehlentaucher, und ich koennte nicht stolzer sein.
Ein herzliches Danke an die vier, die sich so tapfer geschlagen haben, auch wenn die Tage lang, die Woche noch laenger und die Uebungen hart waren… oesterreichisches Blut ist eben koa Nudelsuppen.

Ich hoffe euch bald wieder hier zu sehen, um euch ein paar der traumhaften Hoehlen der Riviera Maya zu zeigen…

Sonnige Gruesse aus Playa,
Patrick

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4 comments

1 Andreas Pressberger { 02.24.10 at 6:24 am }

Hallo Patrick!

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Er bringt’s genau auf den Punkt. Die Motivation war bei Markus und mir wirklich sehr groß. Vor 6 Jahren hab ich erste Bilder und Videos von den mexikanischen Höhlen gesehen und wusste sofort: „ …irgendwann muss ich dort rein.“ Ein jahrelanger Traum ging für mich in Erfüllung.

Höhlentauchen verändert das Leben sagt man, habe ich gehört. Und das ist wirklich keine Geschichte wie ich nun weiß. Hätte es nie für möglich gehalten in so kurzer Zeit so viele meiner Probleme zu lösen. Vielleicht ist der Grund dafür, dass das Höhlentauchen im Gegensatz zum Alltag vieler eine derart faszinierende und komplexe Erfahrung ist bei der man zu 100% im Moment lebt. Jede Entscheidung, jeder Handgriff ist so wichtig in der Höhle. Geht es doch um das eigene Leben. Wie oft vergeht im Alltag ein Tag nach dem anderen ohne das wir wirklich wissen was und warum wir das tun. Eine Lethargie die ich glücklicherweise in den Höhlen zurücklassen konnte.

Neben den faszinierenden Naturwundern Mexikos war Patrick der Grund dafür dass wir derart perfekte Tage in Playa hatten. Selten hab ich einen so professionellen und lehrreichen Kurs erlebt bei dem wir auch jede Menge Spaß hatten. Aber kaum waren wir im Wasser, waren wir voll konzentriert und Patrick hat einfach nichts übersehen. Jede Kleinigkeit die wir vergessen hätten oder nicht so gemacht haben wie vereinbart hat er registriert und uns beim ausführlichen Debriefing darauf aufmerksam gemacht. Keine Spur von Nachsicht unter dem Motto „…das passt schon.“ Einfach perfekt. Unglaublich was man in wenigen Tagen lernen kann.

Riesen Hallen mit tausenden kleinen Tropfsteinen, enge Passagen beinahe zum durchrobben, Sicht so weit die Lampe scheint im 24 bis 27 Grad warmen kristallklaren, beinahe unsichtbaren Wasser. Schwereloses Schweben in einer faszinierenden Welt, die Eindrücke und Erfahrungen bereithält wie ich sie noch nie gesehen habe. Jede Sekunde der Anstrengung wurde 1000fach vergolten.

Zurück im Alltag stelle ich die Weichen meines Lebens neu und träume wieder meinen Traum: „…irgendwann muss ich dort wieder rein!“

2 Patrick { 02.24.10 at 10:11 am }

Hallo Andreas,

Danke fuer die netten Worte, bin super happy, dass du so eine tolle Zeit hattest, ich uebrigens auch =)

Hoffentlich bis bald,
Patrick

3 markus { 02.24.10 at 3:31 pm }

hey patrick.

ich kann mich andreas nur anschließen, war echt ne geile zeit… umsomehr hat das heimfliegen geschmerzt… und es schmerzt noch immer! … also parktisch wie der kater nach ner durchzechten nacht…. aber wie du schon sagst… unser bluat is koa nudlsupn und s leben hat manchmal ne ziemlich seltsame runtime. bis bald

4 Patrick { 03.02.10 at 9:08 am }

Mir hat der Kurs wie gesagt wirklich Spass gemacht, es ist immer super motivierte Leute zu Unterrichten die wirklich eine Leidenschaft fuers tauchen haben…

Nun aber fleissig weiter studieren, und wir sehen uns in den naechsten ferien…vielleicht =)

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